Hausmittel gegen Haarausfall: Welche wirken?

Hausmittel gegen HaarausfallKräftiges und volles Haupthaar gilt als Schönheitsideal. Ganz gleich ob kurz und griffig oder wallende Mähne: Unsere Kopfbehaarung spiegelt wider, wer wir sind. Wir drücken uns damit aus und setzen Statements, indem wir mit gewagten Schnitten und auffälligen Farben experimentieren. Vor allem Frauen schaffen es, täglich mehrere Stunden mit dem Stylen der Haare zu verbringen. Aber auch Männer legen Wert auf eine volle Haarpracht, welche einen Ausdruck von Vitalität und Männlichkeit darstellt. Doch erblich bedingte Krankheiten, äußere Einflüsse und vor allem Stress können uns einen Strich durch die Rechnung machen. 

Die Pharma-Industrie hält für jede gesundheitliche Einschränkung einen Behandlungsansatz bereit und verspricht selbst haarige Probleme mit den passenden Pillen bekämpfen zu können. Doch wie sagte unsere Oma schon: Was für das eine gut ist, ist für das andere schlecht. Gemeint sind Nebenwirkungen oder Belastungen des Körpers, welche durch Medikamente hervorgerufen werden können. Auch wenn diese das eigentliche Problem gut behandeln. Wer seinen Organismus nicht mit chemischen Präparaten belasten will, setzt auf natürliche Ansätze im Kampf gegen den unerwünschten Haarverlust. In diesem Beitrag werden Naturheilmittel und Omas Hausmittel vorgestellt, welche sich als wirksam erwiesen haben und zum Teil wiederentdeckt wurden.

Hausmittel gegen Haarausfall bei Frauen: Mit dem Lieblingsgetränk der Deutschen

Die einen finden es bitter, die anderen sehr schmackhaft. Das Bier sorgt nicht nur an heißen Sommertagen für eine wohlschmeckende Abkühlung, es liefert unserem Körper auch tatsächlich zahlreiche Nährstoffe:

  • Biotin
  • Pantothensäure
  • Niacin
  • Folsäure
  • Vitamin B1 / B2 / B6

Und das gilt nicht nur für den Körper, denn das nährstoffhaltige Gebräu wirkt sich auch positiv auf unsere Haare aus und kann dem unerwünschten Verlust vorbeugen. Die Anwendung gestaltet sich dabei als kinderleicht. Das Bier wird einfach wie eine Spülung angewendet: nach dem Waschen über das Haar schütten und sicherstellen, dass alle Haare mit dem Naturheilmittelbenetzt sind. Nicht ausspülen.

Keine Sorge: Der typische Biergeruch verschwindet, sobald das Haar getrocknet ist.

Nach der Bierspülung können die Haare wie gewohnt gestylt werden. Ein weiterer Vorteil: Bier wirkt wie ein natürlicher Festiger und gibt dem Haar nicht nur Halt, sondern auch Fülle und Glanz. Doch Vorsicht: Diese positiven Eigenschaften beziehen sich ausschließlich auf alkoholfreies Bier. Alkohol trocknet das Haar aus und sollte deshalb unbedingt vermieden werden.

Tipp: Das gilt auch für zahlreiche Stylingprodukte, welche im Handel angeboten werden: Die Hersteller versprechen pflegende Eigenschaften, doch ein Blick auf die Inhaltsstoffe offenbart die austrocknende Zutat, weshalb von Pflege keine Rede sein kann.

Bierhefe: Die natürlichen Pillen aus der Drogerie

Bier wirkt sich nicht nur von außen positiv auf das Haar aus, sondern entfaltet auch von innen nützliche Eigenschaften. Das bedeutet jedoch nicht, dass man literweise Bier kippen soll, denn der dadurch aufgenommene Alkohol, wird sich auf Dauer negativ auf den Erhalt der Haare auswirken. Stattdessen schluckt man täglich ein paar Bierhefe-Tabletten und kämpft damit auf einfache Weise gegen Haarverlust an. Die Tabletten gibt es schon für ein paar Euro in gut sortierten Drogerien und Reformhäusern. Auch größere Supermarkt-Ketten führen das Produkt inzwischen in den Regalen für Nahrungsergänzungsmittel.

Omas Hausmittel gegen Haarausfall gehört eigentlich in die Kaffeemaschine

Dass sich Kaffee als Waffe gegen Haarausfall anbietet, haben bereits unterschiedliche Hersteller für Shampoo- und Pflegeprodukte erkannt. Wie hoch der Koffeingehalt tatsächlich in den einzelnen Ausführungen ist, lässt sich für Verbraucher nur schwer nachvollziehen. Sinnvoller ist es stattdessen, dass Kaffeepulver direkt mit dem Haar in Verbindung zu bringen, damit das enthaltene Koffein seine durchblutende Wirkung entfalten kann und die Haarwurzeln dadurch besser mit Nährstoffen versorgt werden.

Und so geht’s:

Einfach eine Tasse lauwarmen Kaffee nach dem Haarewaschen über den Kopf gießen und in die Kopfhaut einmassieren. Es empfiehlt sich die Lösung einige Minuten einwirken zu lassen. Anschließend wird mit ausreichend Wasser ausgespült. Um so schnell wie mögliche sichtbare Erfolge zu erleben, ist es ratsam diesen Vorgang täglich zu wiederholen.

Natürliche Mittel gegen Haarausfall aus dem heimischen Kräutergarten

Petersilie rundet viele Gerichte ideal ab, eignet sich als Dekoration auf dem Teller, macht immer eine gute Figur im eigenen Kräutergarten und kann sogar dabei behilflich sein, lästigen Haarausfall zu stoppen. Dafür sorgen die wertvollen Inhaltsstoffe. Neben Eisen enthält Petersilie zahlreiche Vitamine und andere Vitalstoffe.

Die Anwendung im Kampf gegen Haarausfall kann sowohl innerlich als auch äußerlich erfolgen. Wer zu jeder Mahlzeit ein kleines Sträußchen Petersilie verzehrt, sorgt dafür dass das Essen bekömmlicher ist und das Haar von innen heraus gestärkt wird. Zur äußerlichen Anwendung wird eine Handvoll Petersilie zerkleinert und mit kochendem Wasser übergossen.

Der Sud braucht seine Zeit und sollte deshalb acht Stunden ziehen dürfen. Anschließend sieben und die Lösung als Haarspülung verwenden. Auch hier gilt: Gründlich in die Kopfhaut einmassieren, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Je länger, desto besser: Ideal ist das Einwirken über Nacht, sodass die Petersilien-Lösung erst am nächsten Tag ausgespült wird.ö

Silizium: Feuchtigkeitsspender und Haarausfall-Stopper

Bei Silizium handelt es sich um ein Spurenelement, welches zu gesundem Haar beiträgt. Die Zufuhr erfolgt über die Nahrung (kommt in Kartoffeln, Hirse, Hafer, Gerste und Wurzelgemüse vor), sodass unser Körper nicht gezwungen ist, es selbst herzustellen. Um die Aufnahme zu optimieren, bietet sich Kieselerde an, welche das wertvolle Spurenelement in großen Mengen enthält.

Silizium bindet Wasser und versorgt unsere Haare deshalb bestens mit Feuchtigkeit. Lässt sich der Haarausfall auf einen Mangel an Silizium zurückführen, kann das Spurenelement dabei behilflich sein, diesen zu stoppen. In mehreren Studien konnte nachgewiesen werden, dass die regelmäßige Einnahme von Kieselerde Haarausfall reduzieren beziehungsweise stoppen kann und vermehrt zu dichterem Haar führt.

Aloe Vera: Allmächtiges Heilmittel und Wunderwaffe bei Haarverlust

Kaum ein Wehwehchen, welches sich nicht nicht mit dem Allround-Talent behandeln lässt. Die Aloe Vera lässt sich in 365 Arten unterteilen und besticht in allen Ausführungen mit alkalischen Eigenschaften, welche dabei behilflich sind den ph-Wert unserer Kopfhaut zu regulieren, beziehungsweise diesen wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dadurch lässt sich nicht nur unerwünschter Haarausfall verhindern, auch neues Haarwachstum kann angeregt werden.

Die Pflanze spendet viel Feuchtigkeit und lindert Rötungen, Juckreiz und Entzündungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Aloe Vera innerlich oder äußerlich zur Anwendung kommt. Das Gel der Blätter kann dreimal wöchentlich in die Kopfhaut einmassiert werden. Wichtig ist, dass die Kur über mehrere Stunden einwirken kann. Im Anschluss kann das Gel ganz einfach mit lauwarmem Wasser ausgespült werden. Um die Behandlung zu optimieren, bietet es sich an zusätzlich einen Löffel Aloe Vera Saft direkt einzunehmen. Auf diese Weise können die enthaltenen Enzyme dabei behilflich sein, den Haarausfall im Inneren des Körpers auszugleichen.

Ungewöhnliches Duo gegen lichter werdende Haare: Zwiebel und Franzbranntwein

Beide Zutaten eignen sich hervorragend, um daraus eine effektive Tinktur herzustellen, welche mit ihren durchblutungsfördernden Eigenschaften gegen Haarverlust eingesetzt werden kann. Dazu wird einfach eine Zwiebel in kleine Stücke geschnitten. Die Zwiebelwürfel werden in ca. 100 bis 200 ml Franzbranntwein eingelegt und für 14 Tage in den Kühlschrank gestellt, damit die Mischung gut ziehen kann. Nach Ablauf dieser Zeit wird mit zwei bis vier Tassen Wasser verdünnt. Ins handtuchfeuchte Haar verteilen und gut in die Kopfhaut einmassieren. Nach 30 Minuten ausspülen und fertig.

Basenreiche Ernährung umsetzen und ausfallendes Haar retten

Auch eine Basenkur kann im Kampf gegen den Haarausfall Abhilfe schaffen, indem das Gleichgewicht zwischen Basen und Säuren wieder hergestellt wird. Ist der Körper übersäuert, ist dieser anfälliger für Infektionen und zahlreiche Störungen, welche sich auch über Haarausfall definieren können. Apotheken halten eine große Auswahl an basischen Teesorten bereit, welche den Säure-Basen-Haushalt des Körpers wieder in Einklang bringen. Eine parallel umgestellte Ernährung wirkt sich unterstützend auf die Basenkur aus. Dazu bietet es sich an, viele Gemüsesorten auf den täglichen Speiseplan zu setzen.

Hausmittel gegen Haarausfall bei Frauen: Die Ölkur

Zahlreiche Öle können dabei behilflich sein die Durchblutung anzuregen, indem diese ganz einfach in die Kopfhaut einmassiert werden. Gleichzeitig stellt das Einmassieren eine anregende Massage dar, welche sich in jedem Fall positiv auf das Wohlbefinden auswirkt. Dazu eignet sich marokkanisches Arganöl. Aber auch Jojoba-Öl steht immer ganz oben auf der Liste der pflegenden Öle, welche zur Behandlung von Haarproblemen eingesetzt werden. Vor allem Arganöl zeichnet sich durch seine entzündungshemmenden und feuchtigkeitsspendenden Eigenschaften aus, welche sich primär bei trockener und schuppiger Kopfhaut bewährt haben. Jojobaöl ist reich an Vitaminen und spendet ordentlich Feuchtigkeit. Es werden aber auch zahlreiche andere Öle zur Haarpflege eingesetzt. Darunter:

Alle Öle werden auf dieselbe Art angewendet: Ins feuchte Haar einmassieren und am besten über Nacht einwirken lassen. Am nächsten Tag ausspülen und das Haar wie gewohnt trocknen und stylen.

Superfoods: Synonym für nährstoffreiche Lebensmittel

Superfoods sind aktuell in aller Munde und stiften ordentlich Verwirrung. Heute wird die Avocado groß gefeiert und morgen müssen wir alle unbedingt Kakao zu uns nehmen, wenn uns unser Gewicht, unser Wohlbefinden, unser Schlafverhalten und unser Aussehen am Herzen liegt.

Da stellt sich natürlich die Frage, wie Lebensmittel überhaupt zu Superfoods werden? Durchlaufen diese einen Eignungstest oder unterliegen sie lediglich ausgeklügelten Marketingstrategien? Natürlich stellt kein Lebensmittel das Patentrezept für ein langes, gesundes und zufriedenes Leben dar. Dennoch definiert dieser Begriff eine Orientierungshilfe, wenn es darum geht besonders nährstoffreiche Konsumgüter auf natürlicher Basis zu erkennen.

Die enthaltenen Nährstoffe wirken sich ganz unterschiedlich auf unsere physische Konstitution aus und haben dennoch alle eines gemeinsam: Sie dürfen gern häufig und in großer Menge konsumiert werden, um unter anderem gegen den lästigen Haarausfall anzukämpfen. Eine Liste der besten Superfoods für die Haarpflege von innen, soll nachfolgend vorgestellt werden.

Das Pulver des Meerrettichbaumes: Auch bekannt als Moringa

Moringa wird in extrahierter, pulverisierter Form angeboten und ist primär im Internet erhältlich. Aber auch gut sortierte Reformhäuser bieten entsprechende Nahrungsergänzungsmittel an. Moringa ist besonders reich an Kalium, Kalzium und enthält zahlreiche Proteine, über welche sich unser Haar nur allzu sehr freuen dürfte.

Außerdem warten neun essentielle Aminosäuren darauf entdeckt zu werden. Essentiell bedeutet, dass der Körper nicht in der Lage ist diese herzustellen, weshalb über die Nahrung supplementiert werden muss. Grünkohl ist besonders reich an Eisen. Doch Moringa hat sechsmal mehr Eisen zu bieten und bekämpft effektiv Entzündungen, welche sich häufig auf empfindlicher Kopfhaut breitmachen.

Das Pulver lässt sich kinderleicht einnehmen, indem es beispielsweise im Salat verarbeitet oder im täglichen Smoothie versenkt wird. Das Superfood kann dabei helfen unerwünschten Haarverlust zu stoppen und wirkt sich ganz nebenbei auch noch positiv auf die Leber aus. Kein Grund noch länger darauf zu verzichten.

Eigelb als Biotin-Quelle für kräftiges und schönes Haar

Das Haar mit Superfoods zu füttern ist gar nicht so schwer. Dafür reicht es schon, hin und wieder ein Ei zu verzehren. Das enthaltene Eigelb dient als ausgezeichnete Biotin-Quelle, welche mitunter für ein gesundes Haarwachstum verantwortlich ist. Biotin wird auch als Vitamin B7 bezeichnet und konnte sich in Studien als wirksam gegen diffusen Haarausfall erweisen. Außerdem wird dem Vitamin nachgesagt, dass es Stresserscheinungen reduzieren kann, weshalb selbst stressbedingter Haarausfall gut mit dem Hühnerprodukt behandelt werden kann.

Pellkartoffeln mit Quark und Leinöl? Omega-3 gesichert!

Zugegeben, Leinöl ist geschmacklich nicht mit Olivenöl gleichzusetzen und findet deshalb nur selten den Weg auf unseren Speiseplan. Schade eigentlich, denn dabei handelt es sich um eine ausgezeichnete Quelle für die wertvolle Omega-3-Säure, welche dafür bekannt ist kreisrundem Haarausfall entgegenwirken zu können. Einfach mal ausprobieren:

Pellkartoffeln und Quark mit Frühlingszwiebeln, Salz, Pfeffer, Milch und ganz viel Leinöl vermengt, auf den Mittagstisch stellen! Nicht nur superlecker sondern auch extrem gesund.

Kürbiskerne: Knabbern auf höchstem Eisen-Niveau

Wer sich auf Superfoods fokussiert, kann ganz nebenbei ungesunde Essgewohnheiten eliminieren. Zum Beispiel indem man einfach mal die Tüte Chips im Supermarkt-Regal liegen lässt und stattdessen im Bio-Markt ein paar Kürbiskerne mitnimmt. Diese sind deutlich gesünder, schmecken würzig-aromatisch und lassen sich ebenso gut wegsnacken, wie die ungesunden, frittierten Kartoffelscheiben mit Würzmischung. Doch Kürbiskerne können nicht nur geschmacklich überzeugen. In ihnen stecken stolze 12,5 Milligramm Eisen. Also mehr als in allen anderen Samen und Nüssen. Eisen dient zum einen dem Haaraufbau und wirkt sich auch positiv auf die Talgproduktion aus. Die Talgdrüsen sind dafür verantwortlich unser Haar von der Wurzel an zu unterstützen und zu versorgen. Dies wirkt sich positiv auf das Haarwachstum aus und kann Haarverlust reduzieren.

Tipp: Kürbiskerne machen auch als Topping im Salat eine gute Figur. Richtig lecker wird es, wenn die Kürbiskerne vorher in der Pfanne angeröstet werden. Für eine süß-würzige Note können diese in Agavendicksaft karamellisiert und mit Chili gewürzt werden.