Haarausfall in der Schwangerschaft – Das kannst du tun!

Haarausfall in der SchwangerschaftBeginnt die Schwangerschaft direkt mit einem Verlust der Haare, kann das Panik auslösen und die Freude trüben. Häufiger ist jedoch das Gegenteil: Eine tolle Mähne während der Schwangerschaft mit anschließendem Haarausfall nach der Geburt. In diesem Artikel wollen wir auf die möglichen Ursachen eingehen und die wichtigsten Fragen beantworten.

Haarausfall in der Frühschwangerschaft

In seltenen Fällen beginnt der Haarausfall schon in den ersten Wochen der Schwangerschaft und zieht sich bis zur Geburt. Hier kommen im wesentlichen 2 mögliche Auslöser in Frage. Wurde kurz vor der Schwangerschaft die Pille abgesetzt, kann es zu heftigen Hormonschwankungen im Körper kommen. Die hochdosierten Hormone in der Pille haben das Haarwachstum gefördert und den Wachstumszyklus verlängert. Auch wenn der Östrogenspiegel in der Schwangerschaft steigt und sich ebenfalls positiv auf das Haarwachstum auswirkt, kann dieser Effekt nicht mit den künstlichen Eigenschaften der Verhütungsmethode mithalten.

In diesem Fall ist der Haarausfall also hormonell bedingt. In der Regel braucht man nichts weiter zu tun, als dem Körper Zeit zu geben. Finden die Hormone wieder in ihr Gleichgewicht, verschwindet auch der Haarausfall von ganz alleine. Allerdings ist hier wirklich Geduld gefragt, denn dies kann einige Monate dauern. Außerdem wird durch die Geburt am Ende der Schwangerschaft erneut der Hormonhaushalt durcheinandergebracht.

Einen weiteren Grund für den Haarverlust während der Schwangerschaft kann ein erhöhter Nährstoff darstellen. In den meisten Fällen geht es hier konkret um einen Eisenmangel. Durch die Ausbildung der Plazenta sowie die erhöhte Blutbildung für das heranwachsende Kind steigt der Eisenbedarf von Schwangeren um bis zu 60 %. Jedoch sollte jetzt nicht eigenmächtig zu entsprechenden Präparaten gegriffen werden. Denn eine zu hohe Eisenzufuhr kann sich negativ auswirken. Der begleitende Frauenarzt wird regelmäßig die Blutwerte überprüfen und kann so genaue Aussagen zu kritischen Werten treffen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Die meisten Frauen sind während der Schwangerschaft nicht von Haarausfall betroffen. Ganz im Gegenteil: Der gestiegene Östrogenspiegel wirkt sich äußerst positiv auf die Haare aus. Sie wirken kräftig, voll und erstrahlen in neuem Glanz. Ist dies der Fall erlischt die Freude leider meistens spätestens mit der Geburt. Der Östrogenspiegel fällt jetzt auf sein normales Niveau.

Alle Haare, die vorher einem verlängerten Wachstumszyklus unterlagen, fallen nun mehr oder weniger auf einmal aus. In der Regel erfolgt dies diffus, also über den ganzen Kopf verteilt. Trotzdem sind der Mittelscheitel und die Schläfen häufig besonders betroffen. In seltenen Fällen kann es auch zu einzelnen kahlen Stellen kommen, die auf einen kreisrunden Haarausfall hindeuten.

Wann setzt der Haarausfall nach der Geburt ein?

Der Hormonspiegel ändert sich direkt nach der Geburt und die Haare wechseln jetzt mehr oder weniger direkt in die Ruhephase. Diese dauert ungefähr 2 Wochen, so dass mit dem Haarausfall bereits wenige Wochen nach Ende der Schwangerschaft gerechnet werden kann. Wird das Kind gestillt, kann dies den Prozess verzögern, so dass der Haarverlust nach etwa 1 bis 3 Monaten einsetzt.

Wie lange dauert der Haarausfall nach der Geburt?

Auch dies kann ganz unterschiedlich sein. Allerdings dauert es nach dem Ausfall eine Weile bis tatsächlich neue Haare sichtbar nachwachsen. Aus diesem Grund muss mit zu 9 Monaten gerechnet werden.

Was hilft gegen Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Ein Haarverlust während und nach der Schwangerschaft kann nicht zuverlässig verhindert werden. Dies ist in der Regel aber auch gar nicht nötig. Schließlich findet der Körper nach einiger Zeit von alleine wieder in sein Gleichgewicht. Lasse dich regelmäßig untersuchen und bei Mangelzuständen ein passendes Präparat vom Arzt verschreiben. Liegt es an den Hormonen, können Frauen ohnehin nur warten.

Auf keinen Fall sollten Haarwuchsmittel wie Minoxidil verwendet werden, die in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen. Möchtest du dennoch etwas für deine Haare und auch das Baby tun, achte auf einen gesunden Lebensstil. Gönne dir öfters mal eine Pause und entspanne, denn Stress gehört auch so zu den häufigen Ursachen von Alopezie. Außerdem solltest du auf eine ausgewogene Ernährung achten, die alle wichtigen Nährstoffe abdeckt. Frisches Obst und Gemüse gehören unbedingt auf den täglichen Speiseplan.

Möchtest du dennoch unbedingt mehr tun. Kannst du auf homöopathische Globuli und andere natürliche Mittel als vorbeugende Maßnahme setzen. Schüssler Salze, Gerstengras und Kieselerde (Silicea) können solche Alternativen darstellen.

Kann man am Haarausfall das Geschlecht des Babys erkennen?

Gerade im alten Volksglauben wird häufig der Mythos vertreten, dass ein Haarausfall erkennbar sein, ob das Kind ein Junge oder Mädchen wird. Dies ist definitiv nicht der Fall und gehört ins Reich der Märchen. Ärzte können ab der 14. SSW per Ultraschall das Geschlecht feststellen. Wer früher eine Auskunft möchte kann ab der 10. Woche auf andere Verfahren wie die pränatale Diagnostik zurückgreifen.

Ist Haarausfall ein Anzeichen für eine Schwangerschaft?

Haarausfall alleine ist kein zuverlässiges Schwangerschaftsanzeichen. Auch wenn er bei manchen Frauen auftritt, können viele weitere Faktoren die eigentliche Ursache darstellen. Wird eine Schwangerschaft vermutet, kann nur ein Test Gewissheit geben.

Was mache ich, wenn der Haarausfall nicht aufhört?

Hört der Haarausfall auch nach längerer Zeit wie etwa einem Jahr nicht auf, müssen weitere Ursachen in Betracht gezogen werden. Am besten wird hierfür der Hausarzt aufgesucht. Dieser kann feststellen, ob eventuell eine androgenetische Alopezie vorliegt, die durch die Schwangerschaft verstärkt wurde. Anschließend kann eine gezielte Behandlung erfolgen, mit der der Haarverlust gestoppt wird.