Haarausfall durch die Pille

Haarausfall durch pille
birth control pills in box

Dass das orale Kontrazeptivum welches als die „Pille“ bezeichnet wird Haarausfall begünstigen kann, ist nicht neu. Dafür können Gestagene verantwortlich sein, welche einen Teil der Inhaltsstoffe ausmachen. Welche Ursachen sonst noch in Frage kommen, was man dagegen tun kann und welches Präparat sich am besten eignet, verrät dieser Beitrag.

Darum kann die Pille Haarausfall begünstigen

Die in der Pille enthaltenen Gestagene weisen eine hohe Ähnlichkeit mit dem Schwangerschaftshormon Progesteron auf. Im Gegensatz zum Progesteron gibt es jedoch kein natürliches Vorkommen der Gestagene im menschlichen Körper. Diese werden künstlich hergestellt und zur Empfängnisverhütung eingesetzt. Entweder als Monotherapie oder in Kombination mit Östrogenen. Unter den künstlich hergestellten Gestagenen gibt es welche mit androgener Wirkung. Diese wirken wie männliche Hormone und können den unerwünschten Haarausfall begünstigen. Dazu gehören unter anderem:

  • Tibolon
  • Levonorgestrel
  • Norethisteron

Eine potentielle Besserung des Haarausfalls lässt sich mit dem Wechsel der Pille auf ein Präparat mit niedrigem Gestagengehalt einleiten. Zu den Gestagenen mit sehr geringer androgener Wirkungsweise gehören unter anderem:

  • Norgestimal
  • Gestoden
  • Desogestrel

Um das richtige Präparat auszuwählen, bietet es sich an mit dem behandelnden Gynäkologen zu sprechen.

Durch die Pille bedingter Haarausfall: Hormonschwankungen können dafür verantwortlich sein

Wenn Frauen die Pille absetzen oder zu einem anderen Präparat wechseln, kann es passieren dass damit ein unerwünschter Haarverlust einhergeht. Ähnlich wie es auch bei Haarausfall während der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren zu beobachten ist, kann der schwankende Hormonspiegel für den verstärkten Haarverlust verantwortlich sein. Östrogen, das weibliche Geschlechtshormon, nimmt großen Einfluss auf:

  • Haarwachstum
  • Fettstoffwechsel
  • Wasserbindefähigkeit in den Zellen

Mit der Einnahme der Pille wird eine leichte Östrogendominanz ausgelöst. Das bedeutet, dass die Hormonkonzentration höher ist, was dazu führt, dass die Wachstumsphase der Haare verlängert wird. Die Haare fallen dementsprechend später aus, als es im Normalzustand der Fall wäre. Außerdem wirken die Haare dadurch voller und voluminöser. Wird die Pille dann abgesetzt und gegen ein Präparat mit einer geringeren Hormonkonzentration ausgetauscht, ist das schlagartige Absinken des Östrogen-Spiegels vorprogrammiert. Jetzt treten viele Haare in die sogenannte Katagenphase, also die Übergangsphase ein. Dies hat zur Folge, dass die Haare in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten ausfallen.

Wann wachsen die Haare nach dem Absetzen der Pille wieder nach?

Haarausfall welcher durch die Pille verursacht wurde, stellt sich von selbst wieder ein. Dies geschieht, wenn sich der Hormonhaushalt reguliert, beziehungsweise an die neuen Umstände angepasst hat. Die ausgefallenen Haare kommen zurück und wachsen im Laufe der Zeit ohne Einschränkungen wieder nach.

Hinweis: Wenn der Haarverlust mit weiteren Symptomen einhergeht, sich verschlimmert oder länger als sechs Monate anhält, sollte unbedingt ein Gynäkologe konsultiert werden.

Wenn die Pille Mangelerscheinungen hervorruft

Die Einnahme der Anti-Baby-Pille bedeutet für den Körper Stress. Der Stresspegel lässt sich messbar nachweisen, da eine gesteigerte Konzentration von freien Radikalen zu beobachten ist. Vor allem die folgenden Vitamine und Mineralstoffe werden durch die Einnahme künstlich hergestellter Hormone gehemmt:

  • Folsäure
  • Magnesium
  • C- und B-Vitamine
  • Jod
  • Zink

Das bedeutet, dass nicht zwangsläufig eine Hormonschwankung für den Haarverlust verantwortlich sein muss. Das betrifft vor allem Fälle, in denen sich der Haarverlust noch während der Einnahme des Präparats zeigt und nicht erst nach dem Absetzen in Erscheinung tritt. Dann ist es naheliegend, dass ein Nährstoffmangel die Ursache ist. Dann ist es wichtig schnellstmöglich Maßnahmen zu ergreifen, um die leeren Vitaminspeicher wieder aufzufüllen. Schließlich können Mangelerscheinungen die Organe schwächen. So reagieren insbesondere die Schilddrüse und die Leber empfindlich auf ein Ungleichgewicht im Vitamin-Haushalt.

Was kann man gegen Haarausfall nach Absetzen der Pille tun?

Betrachtet man den Haarausfall nach Absetzen der Pille, ist es wichtig den Fokus nicht nur auf die Symptome zu legen sondern den Körper ganzheitlich zu betrachten. Nur so lässt sich eine gezielte Ursachenforschung praktizieren. Eine Möglichkeit der Behandlung bezieht sich auf das Supplementieren mit haarwachstumsstärkenden Nahrungsergänzungsmitteln. Dieser Behandlungsansatz erweist sich jedoch nur dann als effektiv, wenn wichtige Organe für die Aufnahme und die Verwertung reibungslos funktionieren. Das betrifft insbesondere die Leber und den Darm. Wer Verdauungsprobleme und/oder Müdigkeit beobachtet, sollte sich zunächst auf diese Symptome fokussieren. Dabei handelt es sich um Indikatoren für eine eingeschränkte Darm- beziehungsweise Lebertätigkeit. Dann kann eine Entgiftung oder eine Kur mit Milchsäurebakterien dabei behilflich sein, die Funktionen von Leber und Darm wiederherzustellen.

Lässt sich der Haarausfall nach dem Absetzen der Pille verhindern?

Leider nein. Die Übergangsphase und die damit einhergehenden Nebenwirkungen wie Haarausfall lassen sich nicht verhindern und müssen beim Wechsel oder beim Absetzen der Pille in Kauf genommen werden. Um den Prozess zu erleichtern, bieten sich spezielle Vitaminpräparate an, welche den Organismus unterstützen. Zum Beispiel: Zink oder Mönchspfeffer. Außerdem kann es hilfreich sein sich während der Umstellung auf eine ausgewogene Ernährung zu fokussieren. Auf schädigende Substanzen welche die Leber belasten, sollte stattdessen verzichtet werden. Das betrifft vor allem Genussmittel wie Nikotin oder Alkohol.

Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass die Haarbeschaffenheit vor Einnahme der Pille eine große Rolle spielt. Der Start der Einnahme liegt bei vielen Frauen allerdings Jahre zurück. Dennoch gibt diese Aufschluss darüber, was man nach Absetzen der Pille erwarten kann. Während der Einnahme der Pille wird das Haarwachstum angekurbelt. Frauen die vor der Einnahme feines und dünnes Haar hatten, dürften sich über das „Goodie“ der fülligeren Haare gefreut haben. Diese Frauen müssen sich dann aber darauf einstellen, dass sich die Haare nach dem Absetzen der Pille wieder in ihren Ursprungszustand zurückbewegen.

Welche Pille gegen Haarausfall?

Im Gegensatz zu Haarausfall nach Absetzen der Pille, kann es auch vorkommen, dass die Pille eingesetzt wird, um bereits vorher auftretenden Haarverlust zu stoppen. Dazu können verschiedene Präparate eingesetzt werden, welche Gelbkörperhormone, also Gestagene mit antiandrogener Wirkung enthalten:

  • Drospirenon
  • Dienogest
  • Chlormadinon
  • Cyproteron

Diese konkurrieren um dieselben Rezeptoren wie die Androgene, weshalb deren Wirkung unterbunden wird. Die Bindung von Testosteron und Dihydrotestosteron wird verhindert, sodass die androgene Wirkung keine Möglichkeit hat sich zu entfalten.

Grundsätzlich sollten Anti-Baby-Pillen mit androgener Wirkung nicht zur reinen Schwangerschaftsverhütung genutzt werden. Obgleich diese Präparate einen ebenso zuverlässigen Schutz vor Schwangerschaften bieten, wie es ach bei herkömmlichen Präparaten der Fall ist. Frauen die älter als 35 Jahre sind und rauchen, sollten jedoch auf die Einnahme verzichten, da das Thromboserisiko steigt. Zu den antiandrogenen Ant-Baby-Pillen gehören Präparate wie: Belara, Neu-Eunomin, Bella Hexal 35, Diane 35.

Wo gibt es die antiandrogene Anti-Baby-Pille zu kaufen?

Die Pille gehört zu den verschreibungspflichtigen Medikamenten und setzt deshalb ein entsprechendes Rezept vom Arzt voraus. Das Rezept kann der behandelnde Gynäkologe ausstellen. Wer ein Rezept erhalten hat, kann dieses in einer beliebigen, stationären Apotheke einlösen. Alternativ besteht die Möglichkeit, das Rezept auf postalischem Weg zu übersenden und einer Online-Apotheke zukommen zu lassen. Wer keine Zeit hat jedes Mal zum Gynäkologen zu gehen und sich ein Rezept ausstellen zu lassen, kann dies auch online tun. Im Netz tummeln sich zahlreiche Online-Kliniken, welche das Rezept in digitaler Form ausstellen, sodass man sich den Gang zum Arzt einsparen kann.