Medikamente gegen Haarausfall

Medikamente gegen HaarausfallMedikamente stellen für viele von Haarausfall Betroffene eine Hoffnung dar. Einige der Mittel sind verschreibungspflichtig und nur in Apotheken erhältlich. In diesem Artikel wollen wir uns den verwendeten Wirkstoffen widmen. Welche helfen wirklich? Welche sind für Frauen geeignet? Und wie stark sind die Nebenwirkungen?

Cyproderm

Cyproderm basiert auf den beiden weiblichen Hormonen Gestagen und Östrogen. Eingesetzt wird es bei Frauen, die auf Grund von einem Überschuss männlicher Hormone an erblichbedingtem Haarausfall leiden. Außerdem wirkt es gegen Akne und kann als Verhütungsmittel verwendet werden. Jedoch sind die möglichen Nebenwirkungen von Cyproderm zu beachten, aus diesem Grund wird es nicht allein zur Empfängnisverhütung verschrieben.

Minoxidil

Minoxidil ist ein Wirkstoff der in unterschiedlichen Haarwuchsmitteln verwendet wird und ebenfalls gegen androgenetischen Haarausfall wirken soll. Laut Studien beruht diese Wirkung auf einer verbesserten Durchblutung der Kopfhaut. Gerade um die Haarfollikel herum scheinen sich die Blutgefäße zu erweitern, was zu einer verbesserten Nährstoffversorung der Haarwurzeln führt. Für ein gesundes Haarwachstum ist eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen wie zum Beispiel Vitaminen des B-Komplex essentiell. Zusätzlich wird durch Minoxidil die DNA-Synthese in den Zellen angeregt. So beschleunigt sich die Zellteilungsrate und neues Haar wächst kräftiger und schneller nach. Studien haben die Wirksamkeit dieses Wirkstoffes belegt und es in rezeptfreien Medikamenten wie Regaine für Frauen enthalten. Einen Nachteil hat dieser Wirkstoff: Er muss permanent angewendet werden. Wird die Anwendung gestoppt, setzt auch der Haarausfall wieder ein. Da Minoxidil in den Hormonhaushalt von Frauen eingreift dürfen Medikamente auf Basis dieser Substanz nicht in der Schwangerschaft verwendet werden.

Thiocyanat

Thiocyanat ist ein Wirkstoff der natürlich im menschlichen Körper vorkommt. Er greift nicht in den Hormonhaushalt ein und kann daher während der Schwangerschaft und in der Stillzeit verwendet werden. Laut Angaben der Hersteller wirkt dieses Medikament gegen diffusen Haarausfall und dünner werdendes Haar auf Grund von Hormonumstellungen. Diese können zum Beispiel in der Pubertät, während der Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder nach absetzen der Pille auftreten. Studien haben die Wirksamkeit von Thiocyanat belegt, in entsprechenden Versuchen ging der Haarausfall der Probandinnen um bis zu 86 Prozent zurück. Wichtig ist: Dieses Medikament bringt einmal verlorene Haare nicht zurück. Die Wirkung setzt an der intakten Haarwurzel an und kann den Haarausfall lediglich stoppen. Desweiteren ist eine regelmäßige Anwendung für dauerhaften Erfolg notwendig.

Finasterid

Finasterid ist ein Mittel das Männern bei hormonell bedingtem Haarausfall helfen soll. Außerdem wirkt es ebenfalls gegen eine vergrößerte Prostata. Die Wirkung von Finasterid beruht auf einer Hemmung von DHT. Dabei handelt es sich um ein Abbauprodukt des männlichen Sexualhormons Testosteron. Depressionen und erektile Dysfunktion sind zwei der Nebenwirkungen die auftreten können und vor denen mittlerweile sogar die Hersteller eindringlich warnen. Trotz positiver Fallberichte ist dieses Medikament für Frauen nicht zugelassen. In der Schwangerschaft kann die Anwendung zu schweren Fehlbildungen des Fötus führen.

Was hilft noch?

Ist der Haarausfall stressbedingt oder durch einen Vitaminmangel verursacht braucht in der Regel nicht direkt auf eine medikamentöse Behandlung zurückgegriffen werden. Hier kann bereits eine Umstrukturierung des Alltags Erfolg bringen. So können zum Beispiel Meditation und Yoga in den Tagesablauf integriert und auf eine vollwertige Kost umgestellt werden. Unter Umständen können auch Nahrungsergänzungsmittel oder Haarvitamine Abhilfe schaffen, diese ersetzen jedoch keine gesunde Ernährung.

Fazit

Ist die Ursache des Haarausfalls hormonell oder erblich bedingt, helfen häufig nur entsprechende Medikamente. Hier muss auf jeden Fall sehr genau auf die möglichen Nebenwirkungen geachtet werden und nicht alle Medikamente sind für Frauen geeignet – schon gar nicht in der Schwangerschaft.